Russula fellea

Russula fellea  (Fr.) Fr. (Index Fungorum Stand 06.10.2017)
Gallentäubling – RLD 2017: *, RLBW 2005: *

Übersicht
Im September und Oktober begegnen uns bei Rotbuchen mittelgroße, gelbliche Täublinge mit starkem, kompottartigem Geruch und äußerst scharfem Geschmack. Es handelt sich dabei um den recht häufigen Gallentäubling.

Speisewert
Wegen des sehr scharfen Geschmacks als Magen-Darm-giftig anzusehen (gastrointestinales Syndrom).

Makromerkmale
Der bis 10 cm breite Hut ist glatt, blassgelb mit gelborange oder honigfarbener Mitte, alt am Rand auf 5 mm  gerieft, matt und klebrig. Die Huthaut ist am Rand auf ein Drittel dünn abziehbar, das Fleisch darunter ist weiß. Die Lamellen sind gelblich, sehr brüchig, gedrängt, in Stielnähe vielfach gegabelt, jedoch wenig untermischt. Der Stiel ist zylindrisch, oft etwas verbogen, blass gelb, die Basis farbkräftiger. Das Fleisch ist gelblichweiß und sehr brüchig, in der Stielrinde etwas kräftiger gefärbt, im Inneren wattig weich.
Makrochemische Farbreaktionen: Eisensulfat sehr schwach rosa, Guajak fast negativ.
Das frisch ausgefallene Sporenpulver  liegt zwischen reinweiß und weißlich, also zwischen Ia und Ib.

Mikromerkmale
Die Sporen sind ellipsoid, messen im Schnitt 8×6,5 µm bei einem mittleren Schlankheitsgrad Qm: 1,2-1,25, sind warzig bis stachelig, die Warzen bzw. Stacheln sind durch feine Netze miteinander verbunden. Dies entspricht en etwa Sporentyp C3
Betrachtet man die Epicutis in Kongorot, so fallen einem schlanke, dünnwandige Haare mit geradem oder geschlängeltem Terminalglied auf, dessen äußerstes Ende oft verschmälert und z.T. mit einem Köpfchen versehen ist. Außerdem erkennt man zahlreiche breitere, zylindrische bis keulige Dermatozystiden mit gelblichen Inhaltsstoffen.
In Sulfovanillin verfärben sich diese schwarz und zeigen 0-2 deutliche Septen.

Zusätzliche Notizen
Obwohl die Lamellen gelblich sind, handelt es sich beim Gallentäubling um einen Weißsporer.

Man kann beobachten, dass deutlich scharf schmeckende Täublinge in der Huthaut fast stets Dermatozystiden besitzen. Die einzigen Ausnahmen bilden der Kohlentäubling Russula anthracina sowie der Ockertäubling Russula ochroleuca, die scharf schmecken können und trotzdem keine Dermatozystiden besitzen.

Abgrenzung zu ähnlichen Arten
Der Ockertäubling Russula ochroleuca ist nie brennend scharf, besitzt einen weißen Stiel und weiße Lamellen und hat in der Huthaut keine Dermatozystiden.

 

Fundbeschreibung:

Russula fellea-Gallentäubling