Tipps & Tricks

Empfehlenswerte Sporenstaub-Farbtafeln für Täublinge
a) Die dem Buch Marxmüller (2014) beiliegende Farbtafel
b) Die Farbtafel im “Tintling” Nr. 87 = Heft 2/2014 bzw. Nr. 110 = Heft 6/2017

Spp-Farbtafelc) Unsere eigene, selbst erstellte Farbtafel, hier zum Anschauen bzw. Runderladen:   Sporenpulver-Farbtafel

 

Wie man reife Sporen kleiner Basidiomyceten gewinnt

(Deckglasbehälter-Methode)
Benötigt wird ein leerer Deckglas-Behälter, z.B. für 18 x 18 mm Deckgläser, außerdem ein passendes, sauberes Deckglas.
Man platziert das Deckglas auf dem Boden des Behälter-Unterteils und legt darauf den möglichst frischen Pilz bzw. Pilzfragment, Hymenophor nach unten. Nun verschießt man das Ganze mit dem Oberteil und lässt über Nacht aussporen. Am nächsten Morgen hat sich eine feine Sporenschicht auf dem Deckglas abgesetzt, die für Sporenmessungen und oft sogar für das Bestimmen der Sporenstaubfarbe geeignet ist. Es ist unglaublich, wie viele Sporen z.B. Rindenpilze über Nacht abgeben (siehe Sporenfoto bei der Phlebia radiata-Beschreibung).
Wurde bisher erfolgreich getestet bei Mycena, Panellus, Peniophora, Phellinus, Phlebia und Porostereum.

Wie man Sporen mancher Ascomyceten gewinnt
(Sporenschleuder-Methode)
Hierbei nutzt man die Tatsache aus, dass z.B. Morcheln, Lorcheln, Becherlinge etc. ihre Sporen bei Reife aktiv ausschleudern.
Benötigt werden eine mit Wasser gefüllte Sprühflasche und ein sauberes Deckglas.
Nun besprüht man den Fruchtkörper ganz kurzzeitig mit einem feinen Sprühnebel. Dann legt man das Deckglas oben auf den befeuchteten Fruchtkörper und erwärmt das Ganze für 5-15 Minuten mit einer normalen Glühlampe, z.B. Tischlampe. Bei positivem Ergebnis ist das Deckglas mit einer feinen Sporenschicht bedeckt.

Wie man einzelne Sporen im Präparat findet
(Phloxin-Methode)
Ab und zu hat man das Problem, dass im Präparat nur wenige Sporen enthalten sind. Wenn diese auch noch klein, dünnwandig und hyalin sind, fällt das Auffinden mitunter schwer. Abhilfe: Man färbt die Sporen in Phloxin ein. Sie fallen dadurch direkt ins Auge. Zusätzlich kann man zum reinen Auffinden den  Kontrast am Mikroskop vorübergehend erhöhen. Nach unserer Erfahrung entsprechen die gemessenen Größenwerte denen in Wasser (siehe Sporenfoto bei der Fuscoporia contigua-Beschreibung).

Sporen messen – aber wie?
a) Russula – und Lactarius-Sporen misst man in Melzers Reagenz; die Ornamentation wird nicht mitgemessen.
b) Die Sporen der restlichen Pilzarten misst man in Wasser, ausnahmsweise in Phloxin, siehe oben.
c) Am Mikroskop wird ein x100-Ölobjektiv verwendet; die Aperturblende wird maximal geöffnet. Dadurch maximieren wir die Auflösung.

Sporenstatistik – ein Buch mit sieben Siegeln?
… keineswegs!
Du vermisst 20-30 zufällig ausgewählte, repräsentative Sporen deines Präparats in Länge und Breite. Diese Wertepaare trägst du in der Sporenstatistik-Vorlage ein, die unter “Downloads + Links” zur Verfügung steht. Im Detail heißt das, dass du die in den grün unterlegten Spalten “Länge” und “Dicke” (Registers “Sporen”) stehenden “alten” Werte durch deine aktuellen überschreibst.
Die Ergebnisse stehen dann automatisch in der kleinen Tabelle oberhalb des Eingabefeldes zur Verfügung. Du kannst dir zusätzlich die Dichteverteilungen in graphischer Form im Register “Diagramme (Sporen)” anzeigen lassen. Die Glättung der Diagramme lässt sich durch Verändern der “Klassenbreite” (grün unterlegte Einzelfelder links oberhalb der Diagramme) optimieren.

Detaillierte Erläuterungen kannst du in den ReadMe-Registern der Vorlage nachlesen.