Russula caerulea

Russula caerulea Fr. (Index Fungorum 19.10.2017)
Buckeltäubling – RLD 2017: *, RLBW 2005: *

 

Übersicht
D
ieser häufige, mittelgroße, milde, schwach fruchtig riechende Täubling besitzt einen meist dunkelvioletten Hut mit einem Spitzchen in der Hutmitte, gelbliche Lamellen und einen weißen Stiel. Er wächst bei Kiefern auf trockenen, sauren Böden.

Speisewert
Nach Abziehen der bitteren Huthaut essbar.

Makromerkmale
Der bis zu 10 cm breite, glatte und glänzende Hut ist typischerweise dunkelviolett, in der Mitte oft fast schwarz, mitunter jedoch rotviolett oder gar weinrot, besitzt in der Hutmitte stets einen kleinen Buckel und ist am Rand meist ungerieft. Die Lamellen sind brüchig, reif hellgelb, sehr gleichmäßig angeordnet, anfangs gedrängt, später entfernt, dünn, kaum untermischt, wenig gegabelt. Der Stiel ist zylindrisch, meist gerade, reinweiß und längsadrig. Das Fleisch ist weiß und fest, wird aber im Stiel später wattig weich.
M
akrochemischen Farbreaktionen: Eisensulfat schwach rosa, Guajak mäßig positiv, Sulfovanillin sofort eosinrot.
Über Nacht ausgefallenes Sporenpulver ist hellgelb IVb.

Mikromerkmale
Die Sporen sind ellipsoid, 8-9 x 6,5-8 µm groß mit einem mittleren Schlankheitsgrad Qm: 1,15-1,2. Ornamentik warzig-stachelig-gratig mit bis zu 0,7 (0,8) µm hohen Warzen, letztere sind teilnetzig, manchmal auch zebriert, miteinander verbunden. Dies entspricht den Sporentypen C2-C3-E3-E4
Die Epicutis besteht aus Haaren und inkrustierten Primordialhyphen. Die Die Haare sind kaum verzweigt, 2,2-3 µm breit,  zylindrisch, gerade, doch auch einige geschlängelt, und besitzen ein mit 30-40 µm sehr langes Termalglied mit gerundetem, teilweise kopfigem Ende. Die Primordialhyphen sind lang und schlank, auch verzweigt, 2,5-3,5 µm breit, mit starker Inkrustierung.

Zusätzliche Notizen
Die Huthaut des Buckeltäublings schmeckt angeblich bitter.
Der kleine Hutbuckel ist nicht immer deutlich sichtbar; erfühlbar ist er jedoch in jedem Fall.

Abgrenzung zu ähnlichen Arten
Gleichzeitig am selben Standort, mit sehr ähnlicher Hutfarbe, wächst der Zitronenblättrige Täubling Russula sardonia. Dieser besitzt allerdings kein Spitzchen in der Hutmitte, schmeckt brennend scharf und hat eine negative Sulfovanillin-Reaktion.


Fundbeschreibung:

  • Beleg-Nr. –fbw-rus-17-133
  • Funddatum, Exkursionsnummer – 19. Oktober 2017, Exk1747-02
  • Fundort – Baden-Württemberg, Kreis Karlsruhe, Gemeinde Karlsbad-Spielberg
  • Siegenklamm
  • Koordinaten – MTB 7016/22, N48.87772° E8.47703°; Höhe 340 m
  • Boden, Geologie – Lösslehm
  • Standort, Wetter – feuchter Waldpfad, Halbschatten, trockenes Wetter
  • BegleitfloraPinus, Fagus,Picea, Quercus, Blaubeeren, Hainsimse
  • BegleitpilzeRussula sardonia
  • Fund – ca. 8 Exemplare eines mäßig großen Täublings mit dunkelviolettem Hut (mit Spitzchen in der Hutmitte), gelben Lamellen und weißem Stiel
  • Fotos – Kögel S, Miggel B

 

  • Makromerkmale des Fundes:
  • Hut – bis 55 mm breit, glatt, glänzend, Rand kurz gerieft, trocken, ausgebreitet und etwas vertieft, Hutmitte mit Spitzchen, Huthaut zäh, am Rand auf ein Viertel des Radius abziehbar, darunter violett. Hurfarbe dunkelviolett (Meth 11-13F4-8).
  • Lamellen – reif hellgelb (Meth 4A4-5), bis 5 mm breit, dünn, aber auch dick, sehr gleichmäßig angeordnet, am Stiel schmal angeheftet, am Rand etwas abgerundet, dicht bis weit stehend, bei einem Exempl. 7-9/mm Hrd, bei einem anderen 9-11/mm Hrd., wenig gegabelt, wenig untermischt, am Grunde queradrig verbunden.
  • Stiel – 50×12 mm, zylindrisch, gerade, weiß, längsadrig.
  • Fleisch – weiß, fest, im Stiel später wattig weich
  • Geruch – angenehm, schwach fruchtig
  • Geschmack – mild, angenehm
  • Makrochemische Farbreaktionen – FeSO4: schwach rosa, 1/4-Guajak: mäßig blaugrün, SV (frischer Frk.): sofort eosinrot
  • Verfärbung des Trockenbelegs
  • Sporenpulverfarbe (nach Marxmüller-Tabelle) –  relativ helles Gelb IVb

 

  • Mikromerkmale des Fundes:
  • Sporen – ellipsoid, warzig-stachelig-gratig, mit bis zu 0,7 (0,8) µm hohen Warzen bzw. Stacheln, die teilnetzig, mitunter zebriert, miteinander verbunden sind. Ornamente stark amyloid, Hilarfleck 2,5×3 – 3×3,5 µm, mäßig amyloid.
  • Messwert-Statistik (n21, p95%):
    Populationsgrenzen: 7,2-8,5-9,7 x x 6,1-7,2-8,7 µm
    Mittelwertgrenzen: 8,2-8,7 x 6,9-7,4 µm
    Qm: 1,15-1,21
    Vm: 210-250 µm3
  • Epicutis – aus Haaren und Primordialhyphen bestehend.