Russula maculata

Russula maculata Quél. (Index Fungorum 14.08.2017)
Gefleckter Täubling – RLD 2017: 3, RLBW 2005: V

Übersicht
Von Juli bis September findet man bei Laubbäumen auf trockenen Kalkböden wärmerer Lagen den Gefleckten Täubling, eine recht seltene, mittelgroße Art mit orangefarbenem bis rotem, oft geflecktem Hut, schärflichem bis sehr scharfem Geschmack und fruchtigem Geruch.

Speisewert
Wegen des sehr scharfen Geschmacks als Magen-Darm-giftig anzusehen (gastrointestinales Syndrom).

Makromerkmale
Der bis 12 cm breite Hut dieses stabilen Pilzes ist glatt, glänzend, etwas klebrig, reif am Rand schwach gerieft, leuchtend aprikosenfarbig, orange oder rot, mittig gerne cremefarben ausblassend und meist rostfleckig. Die Huthaut ist nur bis zu einem Viertel abziehbar, das Fleisch darunter rosa. Die Lamellen sind brüchig, reif dottergelb, breit, gedrängt, nur wenig gegabelt, kaum untermischt. Der Stiel ist stabil, zylindrisch, weiß, etwas gilbend oder bräunend, längsadrig. Das Fleisch ist fest, weiß, Stielinneres voll, jedoch reif etwas weich werdend.
Makrochemische Farbreaktionen: Eisensulfat sehr schwach rosa, Guajak sofort, jedoch nur mäßig stark positiv.
Über Nacht ausgefallenes Sporenpulver ist mittelgelb IVc.

Mikromerkmale
Die Sporen sind rundlich bis breitellipsoid, messen 8,5-10 x 7-8,5 µm bei einem mittleren Schlankheitsgrad Qm: 1,15-1,2. Das Ornament ist stumpfwarzig-gratig und bis 0,6 (0,7) mm hoch. Die Warzen sind vielfach miteinander verschmolzen und durch wenige dünne Linien oder offene Netze miteinader verbunden. Dies entspricht einem Sporentyp C3 oder E3
Die Epicutis besteht aus Haaren und Dermatozystiden. Die Haare sind dünnwandig, schlank, 1,5-2,5 µm breit, mit einem 10-30 µm langem, an seinem Ende leicht kopfigem oder verschmälertem Terminalglied. Die Dermatozystiden sind zahlreich, meist keulig, 5-9 µm breit, im allgemeinen 1-3 mal septiert und in Sulfovanillin stark schwärzend.

Zusätzliche Notizen
Die var. bresadoliana (Singer) Romagn. unterscheidet sich gemäß Einhellinger (1985) von der Typusart nur durch die mit 9-12 (14) x 8-11 (12) µm wesentlich größeren Sporen.

Abgrenzung zu ähnlichen Arten
Der Hainbuchentäubling Russula carpini kann ähnlich aussehen und an vergleichbaren Standorten wachsen. Jedoch ist er immer mild im Geschmack, gilbt gerne am Stiel und geht eine Mykorrhiza ausschließlich mit Hainbuchen ein.

 

 

Fundbeschreibung:

  • Kurzportrait der Art – mittelgroßer, stabiler, geruchloser, fast mild bis sehr scharf schmeckender Gelbsporer bei Laubbäumen auf Kalkboden, mit orangefarbenem bis rotem, meist gelb oder orange geflecktem Hut, zuerst hellgelblichen, später dottergelben Lamellen und weißem Stiel. Epicutis mit Dermatozystiden.
  • Fundbeschreibung:
  • Beleg-Nr. – fbw-rus-17-089
  • Funddatum, Exkursionsnummer – 14. August 2017, Exk1726-01
  • Fundort – Baden-Württemberg, Kreis Pforzheim, Gemeinde Pforzheim
  • Herzensgrund
  • Koordinaten – MTB 7017/44, Höhe 355 m
  • Boden , Geologie – Älterer Lößlehm, Wegrandbereich
  • Standort – trocken, hell bis Halbschatten, in der Laubstreu zwischen Gras
  • BegleitfloraQuercus sp., Fagus sylvatica, Carpinus betulus, Pinus sylvestris, Acer campestre
  • Wetter – trocken.
  • Fotos – Kögel S, Miggel B.
  •  Makromerkmale des Fundes:
  • Hut – anfangs flach mit leicht vertiefter Mitte und abgerundetem Rand, reif ausgebreitet und nach oben gebogen, bis 100 mm breit, glänzend, klebrig, etwas körnig, jung cremefarben (Meth 4A3) mit hell orangeroten Zonen (Meth 5A3-4), reif orange bis rotorange (Meth 6-7B7), Hutmitte cremefarben (Meth 4A3-4) mit kleinen, orangebraunen Flecken. Huthaut am Rand zu etwa einem Viertel des Radius dünn abziehbar, darunter rosa, Hutrand auf 10 mm gerieft
  • Lamellen – brüchig, anfangs buttergelblich, später dottergelb, am Stiel schmal angeheftet, am Hutrand gerundet, bis 10 mm breit, nur wenige gegabelt, nicht untermischt, dichtstehend, reif am äußersten Rand ca. 8-10 pro cm Hutrand. Schneide ganzrandig, mit der Fläche gleichfarben
  • Stiel – bis 85 x30 mm, zylindrisch, stabil, weiß, gilbend bis bräunend, längsadrig
  • Fleisch – fest, weiß, im Hut durschnittlich dick, im Stiel sehr fest, Stielinneres voll, reif etwas ausgestopft
  • Geruch – (beim Durchschneiden) fruchtig und nach Zedernholz
  • Geschmack – sehr scharf
  • Makrochemische FarbreaktionenFeSO4: sehr schwach rosa, 1/4-Guajak: rapide, aber nur mit mittlerer Intensität
  • Farbe des Trockenbelegs – unverändert
  • Sporenpulverfarbe (Marxmüller-Tabelle) – mittleres Gelb IVd
  • Mikromerkmale des Fundes:
  • Sporen – breitellipsoid, stumpfwarzig-gratig, einige der Warzen isoliert, andere miteinander verschmolzen oder durch kurze oder längere, derbe Grate miteinander verbunden, vielfach existieren nur Verbindungslinien, wobei auch offene oder geschlossene Maschen gebildet werden, Warzen oder Grate meist 0,4-0,6 µm, max. bis 0,7 µm hoch, stark amyloid, Hilarfleck 2–3 µm breit, deutlich amyloid
  • Messwert-Statistik (n25, p95%):
    Populationsgrenzen: 8,3-9,3-10,3 x 6,9-8,0-9,0 µm
    Mittelwertgrenzen: 9,1-9,5 x 7,8-8,2 µm
    Qm: 1,15-1,19
    Vm: 290-330 µm3 
  • Epicutis – aus Haaren und Dermatozystiden bestehend:
    Haare schlank, meist zylindrisch, 1,5-2,5 µm breit, Terminalglied um die 10-30 µm lang, teilweise gewellt oder geschlängelt, mit abgerundetem, teils verschmälertem, mitunter kopfigem Ende, selten verzweigt
    Dermatozystiden zahlreich, zylindrisch bis keulig, 1-3 mal septiert, 5-9 µm dick, in SV stark schwärzend.