Russula paludosa 2

Russula paludosa (Britzelm.) Singer (Index Fungorum 02.08.2017)
Apfeltäubling – RLD 2017: *, RLBW 2005: Art nicht aufgeführt

Übersicht
Mit seinem glänzenden, großen, orangefarbenen bis roten Hut ist dieser geruchlose, milde, allenfalls in den Lamellen schärflich schmeckende Pilz eine der auffallendsten Arten seiner Gattung. Wir finden ihn unter Nadelbäumen auf saurem Boden, vorzugsweise in feuchten Wäldern und in Mooren.

Speisewert
Essbar.

 Mikromerkmale

 

Fundbeschreibung

  • Russula paludosa (Index Fungorum Stand 02.08.2017)
  • Beleg-Nr.fbw-rus-2017-083
  • Funddatum – 1. August 2017
  • Fundort – Baden-Württemberg, Landkreis Calw, Gemeinde Oberreichenbach
  • NSG 2.024 Waldmoor-Torfstich, Ex1721-02
  • Begleitbäume – Fichte, Tanne, Kiefer, Birke
  • Fund – 2 Exemplare eines mittelgroßen Täublings mit orangegelb bis kupferorange geschecktem Hut, weißem Stiel und weißen Lamellen, geruchlos und mild.
  • Fotos – Kögel S
  • Hut – 60-65 mm breit, zonenweise gelbocker und kupferorange, (Meth 4A3-5 bzw. 7A-B6-7), glatt, glänzend, feucht etwas klebrig, am äußersten Rand leicht gerieft. Huthaut zur Hälfte des Radius dünn abziehbar, darunter weiß.
  • Stiel – 55×15 mm, zylindrisch bis schwachkeulig, oben 12 mm, unten 18 mm, weiß, längsadrig, berindet, fühlt sich beim Draufdrücken schlaff an.
  • Lamellen – brüchig, creme bis hell buttergelblich, am Stiel angeheftet, am Hutrand etwas abgerundet, nicht gegabelt, nicht untermischt, am Grunde queradrig verbunden, bis 3,5 mm breit, am äußersten Rand 8-10 pro cm, Schneide ganzrandig, mit der Fläche gleichfarbig.
  • Fleisch – weiß, im Hut rel. fest, Stielrinde fest, Stielinneres markig ausgestopft, über Nacht Stiel sehr schwach grauend.
  • Geruchlos, Geschmack mild, in dem Lamellen sehr schwach vorübergehend schärflich.
  • Makrochemische Farbreaktionen:
  • FeSO4: schwach, aber deutlich rosa, 1/4-Guajak: mittlere Reaktion (d.h. weder schwach noch sehr stark),
    Formol: negativ (1/2 Std. lang beobachtet).
  • Sporenpulverfarbe (Rom.-Tabelle) – hellocker IIIa
  • Sporen – ellipsoid, warzig-kurzgratig, teilnetzig, auch partiell zebriert, Warzen im allgem. 0,5-0,8 µm, vereinzelt bis 1 µm hoch, stark amyloid, Hilarfleck ca. 2,5 µm breit, nur mäßig amyloid.
  • Messwert-Statistik (n20, p95%):
    Populationsgrenzen: 7,5-8,4-9,3 x 5,8-6,4-7,0 µm
    Mittelwertgrenzen: 8,2-8,6 x 6,3-6,6 µm
    Qm: 1,28-1,33
    Vm: 170-195 µm3 
  • Epicutis – aus Haaren und Dermatozystiden bestehend.
  • Haare langgestreckt, schlank, gleichdick, unverzweigt, Terminalglied 2,5-5 µm breit.
  • Die meisten Dermatozystiden in SV deutlich schärzend, gleichdick oder mit leicht verdicktem Kopfteil, 120-200 x 5,5-7 µm, einzelne mit bis 11 µm stark verdicktem Kopfteil, die meisten Dcy mit 0-1 Septen.
  • Notiz – Interessanterweise ergeben die Epicutiselemente in Karbolfuchsin starke, säureresistente Inkrustierungen.
  • Bestimmungsvorgang nach Romagnesi (Bresinsky-Übersetzung)
    Hauptschlüssel D (Genuinae mit ockerfarbenem bis gelbem Sporenstaub:
    1a Fl mild – 2b Fl und St nicht stark grau verfärbend – 5b HDS entweder mit Dcy oder mit inkrustierten Prh – 7b HDS mit in SV anfärbbaren Dcy – 12b Fl mit FeSO4 nicht grün verfärbend, Geruch nicht heringsartig – 13b Größere, festfleischige Arten (13a führt nicht zum Ziel) – 14a Hut fleckenweise kupferorangefarben – 15a Sporenstaub hell ockerfarben IIIa-b, nicht gilbende Art => Paludosinae
  • Schlüssel Paludosinae: => paludosa